Pamir Highway

Am nächsten Tag ging es dann in acht Stunden nach Khorog der Hauptstadt des Gorno-Badakshan Oblast, das am Ghund liegt.
In der Pamir Lodge hatte ich dann ein Zimmer mit einem anderen Deutschen. Ein Ingenieur, der schon mehrere Saisons in der Antarktis gearbeitet hatte und Anastasios, den ich am Pik Lenin getroffen hatte, so natürlich kannte. Die verdammte Welt kann manchmal so klein sein.
Mit ihm und John, einem amerikanischen Arzt gingen wir dann im einzigen offenen Restaurant der Stadt essen.
Um 6 Uhr des nächsten Morgens war ich dann schon bei dem Ort, wo alle Fahrzeuge nach Dushanbe abfahren.
Die Jeeps waren mir alle zu teuer und sie wollten auch mit dem Preis nicht heruntergehen, so entschied ich mich also für eine Marshrutka. Sie sollte erst um 13 Uhr abfahren, also besorgte ich mir im Bazar etwas zu essen und traf zufällig den Besitzer des Homestays aus Bachor wieder.
Irgendwann kam dann ein Junge und führte mich zu einem anderen Fahrzeug, das gleich abfahren sollte. Das war mir dann auch einen kleinen Aufpreis wert.
Im Fahrzeug waren auch ein Kanadier und ein Tadschike, mit denen ich mich gut verstand.
Der Kanadier arbeitete für eine NGO und der Tadschike betrieb Forschung im Tourismussektor und hatte zwei Jahre in den USA verbracht und war sehr westlich angehaucht.

Die Fahrt war großartig, obwohl wir oft aus verschiedensten Gründen anhalten mussten, sei es eine Polizeikontrolle, bei der der Fahrer den Polizisten schön bezahlen musste, dann Passkontrollen, Pinkelpausen oder einfach, weil der Fahrer mit irgendjemandem reden musste.

Pamir Highway Tajikistan Gas Station
Tankstelle

Wir fuhren den Panj entlang und auf der anderen Seite war Afghanistan. Dort reihten sich die Dörfer an jedem Zufluss, welcher die Berge hinunterfloss, eins nach dem anderen auf.
Auf den Dächern war das Heu wie eine Pyramide gestapelt und man sah die Menschen bei ihrer Arbeit. Der Weizen wurde eingeholt, die abenteuerlichen Wege wurden ausgebessert und Waren wurden mit Eseln von Ort zu Ort transportiert.

Pamir Highway Tajikistan Afghanistan
Schwindelerregender Pfad hineingehauen in den Fels auf der afghanischen Seite

Ich wünschte, ich könnte diese Strecke in etwas langsamerem Tempo zurücklegen und mir alles haargenau ins Gedächtnis einbrennen.
Die Berge ragten zu beiden Seiten gut 1500 m in die Höhe und die Straße führte direkt oberhalb des Flusses entlang.
Jedoch konnte man sehen, dass sich in den nächsten Jahren sehr viel hier ändern wird. Überall wird gebaut, ausgebessert und die Region wird sicher bald viel erschlossener und dann von Touristen überlaufen.
Das gibt einem zu denken, ist es doch noch einer der letzten noch recht unberührten Orte auf diesem Planeten.

Pamir Highway Tajikistan
Pamir Highway

Als wir gerade aus dem Pamir heraus waren und die Landschaft hügelig wurde, ging auch die Sonne unter und es wurde langweilig.
Um Mitternacht war der Fahrer dann so müde, dass er sich einfach schlafen legte für eine halbe Stunde, bis wir ihn nötigten weiterzufahren. Einer sprach dann immer mit ihm, um sicherzustellen, dass er nicht einnicken würde.
Um 3 Uhr kamen wir schließlich in Dushanbe an. Der Tadschike Kobil lud mich dann ein, bei ihm unterzukommen und ich nahm dankend an. Nach einer Dusche gings dann endlich ins Bett.
In der Wohnung wohnen noch einige andere, die alle für NGOs arbeiten. Es ist interessant ihren Geschichten zuzuhören.

Veröffentlicht in dushanbe, September 2013

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