Unter den Bewohnern des Pamir

Dafür war der Weg das Tal hinauf zum Dushadarapass großartig. Die Berge zu beiden Seiten waren höher als bisher und der Weg war bis auf eine Stelle gut zu folgen. Der Höhepunkt war dann die Einladung zum Tee bei einer netten Familie.

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Gerard hütete gerade ein paar Kühe und sah mich. Er war 20 Jahre alt und der tadschikische Geissenpeter. Ich glaube, wir wären gute Freunde geworden.
Mit seinen nackten Füßen legte er ein unglaubliches Tempo zu seinem Zuhause zurück und ich hatte Mühe mit ihm Schritt zu halten.
Dort gab es dann für mich erst einmal zwei Schüsseln von etwas ähnlichem wie Buttermilch, dann Brot mit Butter und Kaimak. Die Mutter tauchte dann noch mit einer großen Plastiktüte gefüllt mit sehr intensiv schmeckendem Käse auf und ein Brot bekam ich auch noch zugesteckt.

Der Weg zum Pass hinauf war von hier wie eine weite Ebene und erstreckte sich über 9 km. Ein herrliches Gehen, das mit dem ersten Blick auf die beiden Gipfel Karl Marx und Engels gekrönt wurde.
Obwohl ich eigentlich einen entspannten Tag einlegen wollte, war ich doch wieder neun Stunden unterwegs gewesen.

Pamir Mountains Tajikistan
Pik Karl Marx

Am Morgen lag über allem der Frost und die Sonne wollte nicht über den Bergrücken kommen, sodass ich mit kalten Fingern alles zusammenpacken musste.
Ich traf sobald auch auf einen Hirten. Ein stämmiger Kerl mit Vollbart und freundlichem Gesicht, der mich herzlich begrüßte und in Russisch volltextete, obwohl ich nur einige Fetzen verstand.
Er meinte dann auch, dass ich bei ihm Zuhause vorbeischauen solle und es dort Tee und Milch für mich gebe. Es sei gar nicht weit weg.

Pamir Mountains Tajikistan shepard
Hirte

Ich kam dann leider etwas zu weit östlich in das Tal hinunter und außerdem war ich auch gerade erst aufgebrochen.
Weiter ging es zum Turumtaikul, der mich leider etwas enttäuschte. Im Gegensatz zum Yashilkul umgaben ihn keine wirklich hohen Berge, sondern er lag eher auf einem Plateau. Ich beeilte mich deswegen auch weiterzukommen und eilte das Tal nach Jashongoz hinunter, wo ich von Assiz und seinem hellhäutigen und blauäugigen Freund eingeladen wurde.

Pamir Mountains Tajikistan
Aziz mit Geschwistern und Nachbarn

Hier im Pamir gibt es sehr viele Menschen, die man hier nicht erwarten würde Im Gegensatz zu der persischen Mehrheit ähneln sie sehr Kaukasiern. Größtenteils haben sie rötliche Haare, aber in einem Ort sah ich zwei blonde Mädchen.
Sie selbst behaupten anscheinend von Alexander dem Großen abzustammen, aber sie stammen vom Indo-Iranischen Volksstamm ab und das Erbgut hat sich hier durch die Isolation und schwere Erreichbarkeit so gut erhalten, war es doch den meisten Armeen zu schwer und unmöglich dieses Gebiet zu erobern und zu befrieden und sich so mit der lokalen Bevölkerung zu vermischen.
Ich verbrachte also den Rest des Tages mit Assiz, der sich besonders für meine Kopfhörer interessierte, da er selbst keine hatte.
Auch tollten überall Kinder herum und der kleine Anis beglückte uns mit Sing- und Tanzeinlagen, die ich einem so kleinen Pimpf niemals zugetraut hätte.

Pamir Mountains Tajikistan

Die Nacht verbrachte ich aus Faulheit und schmerzenden Füßen dann auch dort und brach erst sehr spät am nächsten Tag auf. Es stellte sich heraus, dass es auch ein Homestay war, obwohl ich eigentlich dachte, dass Assiz mich eingeladen hätte
Aber das war schon ok.

Routenbeschreibung

Alichur-Vrang Pamir Mountains
Route von Alichur nach Vrang

Veröffentlicht in Dushanbe, September 2013

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