Der Yashilkul

Der Yashilkul erstreckt sich über gut 40 km und das Wasser hat eine grüne Färbung. Je weiter man nach Westen an ihm entlang geht, desto weiter öffnet sich der Blick auf die hohen Gebirgsketten dahinter. Dementsprechend wird auch das Terrain schroffer und die Seiten fallen immer steiler in den See ab. Der Weg war jedoch immer gut zu gehen und wäre das Heimweh nicht gewesen, eine reine Freude gewesen.

Yashilkul Lake Pamir Mountains
Yashilkul
Yashilkul Lake Pamir Mountains
Nordufer des Yashilkul

Auch der Rucksack fühlte sich diesmal so viel schwerer an als sonst und drückte wie gewöhnlich unangenehm auf die Hüfte, die schon jetzt wieder wunde Stellen aufzeigte.
Am Ende des Sees musste ich einen steilen Anstieg über einen kleinen Pass passieren, wurde aber mit einem herrlichen Blick auf noch höhere Berge belohnt. Kurz danach traf ich dann auch auf die ersten anderen Wanderer – zwei Israelinnen mit Führer – denen ich in den fünf Tagen begegnet bin.
Nach etwas weniger als sieben Stunden machte ich dann Halt für den Tag, da mir einfach die Motivation für das Weitergehen fehlte. Heute sollte ich auch das einzige Mal mein Buch zur Hand nehmen und etwas lesen. An den anderen Tagen fehlte mir schlichtweg die Zeit dafür.
Obwohl ich mir vorgenommen hatte Russisch zu lernen, kam ich auf dem gesamten Trek auch kein einziges Mal dazu.

Pamir Mountains

Pamir Mountains Tajikistan

Pamir Mountains tajikistan

Ich hatte immer irgendwie solch einen Ehrgeiz und so ein Verlangen es so weit wie möglich an jedem Tag zu schaffen. Das Heimweh, dass mich die ersten Tage so stark verfolgte, trug vermutlich einen großen Teil dazu bei.
Ich  hatte von den letzten Reisen vergessen, wie stark man sich manchmal nach Zuhause sehnt, man die Familie und Freunde vermisst, all die Annehmlichkeiten, die die Heimat bietet.
Das vermiest einem dann so manchen Tag, weil man sich kaum am Reisen erfreuen kann und man ist hin- und hergerissen, ob es doch so eine gute Entscheidung war, so lange zu verreisen.
Diesmal dachte ich öfters über das Abbrechen nach, aber zwang mich dann doch an etwas anderes zu denken, würde ich es mir doch nie verzeihen, es nicht bis zum Ende durchzuziehen. In der Erinnerung tritt das Heimweh nämlich in Vergessenheit und nur die schönen Dinge bleiben einem im Gedächtnis.

Ich entschied mich nun also auch noch dazu einen kleinen Umweg zu machen und nördlich zu ein Paar Seen zu wandern, bevor ich wieder auf meinen ursprünglich geplanten Weg zurückkehren würde.
Prompt kam ich dann auch noch bei einer kleinen Steinmauer vorbei, die sich jedoch beim Näherkommen als winzige Behausung einer Familie herausstellte. Der Tee folgte kurze Zeit später.

Pamir Mountains Tajikistan hospitable family
Gastfreundliche Familie
Pamir Mountains Tajikistan hospitable family
Gastfreundliche Familie vor ihrem Haus

Danach folgte ich ein wunderschönes kleines Tal hinauf zum Chapdarakul, einem herrlichen blauen See.
Man hatte das Gefühl, als würde man in den Alpen wandern. Überall gab es Murmeltiere, die mit lautem Pfeifen ihre Artgenossen auf einen aufmerksam machten und sobald irgendwo Wasser floss, grünte es ringsherum.
Die Berge selbst sind sehr schroff und gezeichnet durch Erosion. Die Felspassagen zu besteigen würde ein Höllentrip werden, sind sie doch so spröde und brechen die Felsen in großen Stücken ab, wenn man sie nur blöd von der Seite anschaut.
Deswegen gibt es hier auch sehr viele Stein- oder Geröllfelder, die ich gelernt habe zu hassen und mit großem Respekt zu begehen.

Pamir Mountains Tajikistan

Pamir Mountains Tajikistan

Pamir Mountains Tajikistan Chapdarakul

Pamir Mountains Tajikistan Chapdarakul
Ufer des Chapdarakul

Routenbeschreibung

Alichur-Vrang Pamir Mountains
Route von Alichur nach Vrang

Veröffentlicht in Dushanbe, September 2013

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